Die Nord-Stream-Pipeline
Im Jahr 2012 wird es soweit sein: dann soll die Nord-Stream-Pipeline fertig gestellt sein, die von Wyborg (Russland) bis in die Nähe von Greifswald, also nach Deutschland, führen wird. Sie soll in gut zwei Jahren Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren.
Insgesamt 1223 Kilometer wird die Leitung lang sein. Die aus zwei Strängen bestehende Pipeline wird nach ihrer Fertigstellung jährlich insgesamt 55 Milliarden Kubikkilometer Gas transportieren können. Bis zu 210 Meter tief unter der Erde werde die Rohre liegen. Rund 2,15 Millionen Tonnen Stahl werden sie verlegen. Es werden insgesamt mehr als 200.000 Rohre benötigt werden. Jedes einzelne Rohr hat einen Durchmesser von 1,153 Metern. Rund 7,4 Milliarden Euro wird der Bau der Pipline kosten.
Planung und Bau der Pipelin wird von der Nord Stream AG betrieben. Als Basis für den Bau der Leitung stehen der Nord Stream AG insgesamt fünf Logistikstandorte. Dort werden die zu verlegenden Rohre gelagert und im Anschluss daran von speziellen Verlegeschiffen im Meer versenkt.
Die Europäische Union bezweckt hinsichtlich der Belieferung mit Gas eine möglichst hohe Abhängigkeit von einzelnen Lieferwegen zu erreichen. So gibt es neben dem Bau der Nord-Stream-Pipeline weitere Projekte dieser Art, bei denen Abkommen mit Erzeuger- und Transitländern von Erdgas getroffen werden. Beispiele hierfür sind die Anlagen South Stream, die Gas vom Schwarzen Meer bis nach Italien transportieren soll und die Anlage Nabucco, welche ab 2014 für die Versorgung Europas mit Erdgas vom Kaspischen Meer ermöglichen soll.