Milliardenstrafe gegen E.on und GDF
Die europäische Kommission verhängte eine insgesamt 1,1 Milliarden Euro hohe Kartellstrafe gegenüber E.on und den französischen Gasmonopolisten GDF Suez, die gemeinsame Absprachen über Gasmärkte getroffen haben sollen. Das Strafgeld wird je zur Hälfte von den Unternehmen getragen und ist eine der höchsten Strafen, die je von der Behörde verhängt wurden. Damit setzt die Behörde zum ersten Mal ein Strafgeld für Kartellabkommen auf dem Energiemarkt fest und verhängte damit die zweithöchste Strafe in der EU-Geschichte.
Vereinbarungen bestanden über 30 Jahre
Die Vereinbarungen reichen in die 70-er Jahre zurück, als die noch immer genutzte Pipeline Megal erbaut wurde. Die 30 Jahre lang geltenden Abkommen hätten aus Sicht der Brüsseler Behörde den Preiswettbewerb zum Nachteil der Verbraucher beeinflusst. GDF Suez und E.on kündigten bereits an, gegen die Geldstrafe Einspruch einzulegen und über den Europäischen Gerichtshof der Ersten Instanz gegen das Urteil vorzugehen. Sie dementieren die Bedeutung der Absprachen für die Marktentwicklung. Darüber hinaus seien Vereinbarung nicht wie dargestellt getroffen worden, andere Abkommen, die einst getroffen wurden, hätten die Gasversorger bereits im Jahr 2004 verabschiedet.
E.on erneut im Fokus
E.on war bereits im vergangenen Jahr einer Strafe entgangen, indem sich das Unternehmen mit der EU-Kommission darauf einigte, sein Hochspannungsnetz in Deutschland und Kraftwerke zu verkaufen. Damals war man dem Verdacht nachgegangen, E.on habe seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, um die Preise in die Höhe zu treiben und Wettbewerber abzuschrecken. Bereits bei diesem Verfahren setzte sich EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes für eine Trennung von Stromerzeugung und Netzen ein, um mehr Wettbewerb auf dem Markt zu erreichen und auch regionalen Anbietern neue Chancen einzuräumen.